Zu den aktuellen Entwicklungen um die Brache des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow-Heinersdorf

Presseerklärung

Zu den aktuellen Entwicklungen um die Brache des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow-Heinersdorf erklären die Vorsitzenden der CDU und der CDU-Fraktion Pankow, Gottfried Ludewig und Johannes Kraft:
 
Nach über zehn Jahren Stillstand und vor dem Hintergrund der jüngst präsentierten Ergebnisse des Werkstattverfahrens zum Pankower Tor sind jetzt die dringend notwendigen Rahmenentscheidungen zu treffen. Hierbei sind öffentliche Belange genauso zu berücksichtigen, wie die Interessen des Eigentümers.
Wir fordern deshalb alle Beteiligten, insbesondere die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und den zuständigen Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis90/ die Grünen) auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und im Interesse aller Pankowerinnen und Pankower zielorientiert an einer wirtschaftlich tragbaren Lösung für dieses wichtige Projekt in Pankow zu arbeiten.
 
Wir erwarten von Herrn Kirchner, dass er nunmehr endlich die Positionen des Bezirkes vertritt und nicht seine eigene, bzw. die seiner Partei.
 
Für uns steht nach wie vor außer Frage, dass ein Einkaufszentrum mit bis 35,000qm Verkaufsfläche im Bereich des S-Bahnhofes Pankow-Heinersdorf das Zentrum Pankows erweitern und stärken wird, dringend benötigte öffentliche Grünflächen im mittleren Bereich des Areals zu einer deutlichen Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität beitragen würden und eine aufgelockerte Bebauung an der Berliner Straße die städtebaulich sinnvollste Variante darstellt.
 
Geschosswohnungsbau in der von der Senatsverwaltung geplanten Größenordnung von bis zu 1,200 Wohnungen direkt an der Stettiner Bahn und der Granitzstraße lehnen wir ab, denn bereits heute ist abzusehen, dass die von den genannten Verkehrswegen ausgehenden Schallemissionen mit einer Wohnnutzung nicht vereinbar sind. Dies wird durch den bevorstehenden Ausbau der Stettiner Bahn auf 160km/h noch verschärft werden. Aus den in anderen Ortsteilen Pankows sichtbaren Bürgerprotesten gegen die von der Stettiner Bahn ausgehenden Lärmbelästigungen muss eine verantwortungsbewusste Politik die richtigen Schlüsse ziehen.
 
Für die verkehrliche Erschließung ist die Widererrichtung der sog. Schwarzen Brücke genauso notwendig, wie eine ausreichend dimensionierte direkte Auf- und Abfahrt an der Verlängerung der Prenzlauer Promenade und die Durchbindung der Straßenbahn von der Romain-Rolland-Straße zur Berliner Straße.
 
 
Zum Hintergrund:
 
Seit über zehn Jahren liegt das fast 30ha große Areal zwischen Stettiner Bahn, der Granitzstraße und der Prenzlauer Promenade mitten im Herzen Pankows brach. Mit dem Erwerb der Fläche durch die Krieger Grundstücksgesellschaft haben wir eine schnelle Entwicklung des sog. Pankower Tors verbunden.
 
Nach einem ersten gescheiterten Moderationsverfahren findet derzeit unter Beteiligung des Investors, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und des Bezirksamtes Pankow ein Werkstattverfahren statt. Am 31. Oktober wurde im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung über die Zwischenergebnisse des Verfahrens informiert. Hierbei wurden vier Varianten vorgestellt.
Die Bezirksverordnetenversammlung Pankow hat sich auf unsere Initiative hin in mehreren Beschlüssen klar dazu bekannt, die aus den neunziger Jahre stammenden Planungen der Senatsverwaltung, im nordöstlichen Teil eine Fachmarktagglomeration und am S-Bahnhof Pankow ein Einkaufszentrum zu errichten, nicht zustimmungsfähig sind.
 
So erklärte auch Bezirksstadtrat Kirchner auf Anfrage der CDU-Fraktion im Rahmen der letzten Tagung der BVV Pankow, endlich, dass die vorgelegte Variante A2 den Vorstellungen der BVV am nächsten komme.
 
Bereits im Vorfeld des Werkstattverfahrens haben sich relevante Akteure, wie der Einzelhandelsverband Berlin Brandenburg, der Verein Für Pankow und die Interessengemeinschaft Alt-Pankow zu diesen Planungen bekannt.
 
Am 15. November führt die BVV Pankow um 17.30 Uhr eine Anhörung zum Thema „Formate und Instrumente der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei Planungsvorhaben am Beispiel der Entwicklung des Rangierbahnhofgeländes Pankow“ durch. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich hieran zu beteiligen und Fragen auch im Vorfeld per email an das BVV-Büro bvv-buero@ba-pankow.berlin.de zu senden.