MAIFEIERN: Hauptgefahr in Pankow
Innensenator Ehrhart Körting (SPD) erwartet Gewalt von Rechts und Links. Bei den Rechtsextremen sind diesmal auch Autonome Nationalisten zu erwarten. Sie beschränken sich nicht auf die aus vorangegangenen Jahren bekannten dumpfen Parolen, sondern sind durch eine gewachsene Gewaltbereitschaft aufgefallen. Knapp 6000 Polizisten werden in Berlin im Einsatz sein, darunter etwa 220 aus Brandenburg. Nach den Demonstrationen und Gegendemonstrationen in Pankow wartet die nächste schwierige Herausforderung in Kreuzberg. Um 18 Uhr wollen dort Linksautonome auf die Straße gehen. Deren Demonstration löst seit Ende der 1980er Jahre schwere Krawalle aus. In diesem Jahr gibt es aber Hinweise, dass die Demonstranten weniger auf Randale aus sind, sondern eher öffentlichkeitswirksam Kritik üben wollen, etwa an der Verdrängung sozial schwacher Mieter in Kreuzberg.
Die Gewerkschaften halten ihre traditionelle Kundgebung zum Tag der Arbeit in der City ab. Die Demonstrationsroute führt um 10 Uhr vom DGB-Haus an der Keithstraße zum Brandenburger Tor. Dort beginnt um 11.30 Uhr die Abschlusskundgebung. Mit den Demonstrationen sind erhebliche Verkehrseinschränkungen verbunden. Autofahrer sollten die Innenstadt meiden, für viele Busse und Trams wird es auch kein Durchkommen geben.
Die Demonstrationsstrecke der Neonazis führt am Ostabschnitt der Ringbahn entlang. Wegen des Treffpunkts Bornholmer Straße dürfte aber auch die S 1 zwischen Oranienburg und Wannsee von Auseinandersetzungen besonders betroffen sein. Die Bahn will in enger Abstimmung mit der Polizei auf Ausschreitungen reagieren. (Von Stephan Laude)